Home / Produkte /
Brandy und Liköre

Der Brandy de Jerez

Entstehungsgeschichte

Der Brandy ist ein destilliertes Getränk mit jahrhundertelanger Geschichte. Der Ursprung der Destillationskunst liegt in der Geschichte so weit zurück, dass man nicht mit Bestimmtheit sagen kann, ob sie aus China oder Babylonien stammt. Ganz sicher ist, dass sie von der arabischen Kultur über die Iberische Halbinsel in die westliche Welt gebracht wurde. Das religiöse Verbot des Alkoholkonsums schränkte den Genuss der berühmten Weine aus Jerez ein, sodass sich die Mauren dazu entschieden, diese Weine zu destillieren und sie später für medizinische Zwecke zu Antiseptika oder zu Kosmetika und Parfüm zu verarbeiten.

Die Brandyherstellung an sich, die Alterung von Branntwein in Eichenfässern, kann ebenfalls nicht genau zeitlich festgelegt werden. Es gibt Dokumente aus dem 16. Jahrhundert über eine bedeutende Branntweinherstellung, die sogar von der Stadtverwaltung Jerez mit einer Gemeindesteuer für die Herstellung belegt wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte sich die Branntweinherstellung in Spanien für Handelszwecke und für den Export. Die Exporte gingen hauptsächlich in mittel- und nordeuropäische Länder, insbesondere nach Holland, das als Plattform für Exporte in die ganze Welt diente. Daher stammt der Begriff, den wir für das Produkt in Spanien benutzen, aus dem Holländischen; Brandy ist die englische Anlehnung an den holländischen Begriff Brandewijn (gebrannter Wein).

Mit der Ankunft englischer und französischer Kaufleute wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts der typische Herstellungs- und Alterungsverfahren des Brandy de Jerez (Brandy aus Jerez) etabliert und der internationale Vertrieb vorangetrieben. Zu diesem Zeitpunkt erblickten die bekanntesten Marken das Licht der Welt. Später, im 20. Jahrhundert, kam eine Zeit der Expansion und internationaler Anerkennung, die sich bis heute weitgehend gefestigt hat.

Brandy und Brandy de Jerez

Der Brandy gehört zu den Spirituosen (Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 15 %), welche durch Destillation verschiedener gegorener Naturprodukte landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen werden. Beim Brandy handelt es sich um Branntwein und Weintraubendestillat, gealtert in Eichenfässern, mit einem Alkoholgehalt von 36 bis 45 Grad.

Was macht den Brandy aus Jerez so besonders? Der wesentliche Unterschied ist sein einzigartiges organoleptisches Profil. Dieses Profil ist einerseits auf die ganz besonderen Weine, aus denen der Brandy gewonnen wird, und andererseits auf das traditionelle Herstellungsverfahren in Holzfässern zurückzuführen, in denen er unter einzigartigen Klima- und Umweltbedingungen reift. Hauptfaktoren:

  • Die Alterung in 500 Liter großen Fässern aus amerikanischer Eiche, die zuvor mit Sherrywein imprägniert werden müssen.
  • Das traditionelle, zur Alterung angewandte Criadera und Solera-Verfahren.
  • Alterung ausschließlich in den Gemeindegebieten von Jerez de la Frontera, El Puerto de Santa María und Sanlúcar de Barrameda.

Es werden die Rebsorten Airén (zu 95 %) und Palomino verwendet. Die Destillation wird mit Weinen ohne Trub und mittels einfacher Destillation vorgenommen, wobei der Vor- und Nachlauf abgetrennt und nur die mittlere Fraktion des Destillats ausgewählt werden. Hierfür werden die Alquitaras genannten Destillierkolben aus Kupfer benutzt.

Später werden für die Alterung 500 bis 600 Liter große Holzfässer aus amerikanischer Eiche (deren Porosität und sensorischen Eigenschaften am besten geeignet sind) benutzt, die vorher mit Sherryweinen imprägniert werden müssen. Es können dafür verschiedene Sherrysorten verwendet werden: Fino, Amontillado, Oloroso, Pedro Ximénez, etc.. Demzufolge ist der Brandy de Jerez der Geist des Weines, denn sein Ausgangsstoff ist das Ergebnis der Weindestillation. Diese Destillation - die für einen Liter Brandy etwa drei Liter Wein benötigt - ist ein natürlicher Prozess, bei dem durch Einsatz von Wärme und Kälte bestimmte Bestandteile der besonderen Sherryweine getrennt werden und die Spuren der Eigenschaften hinterlassen werden, die sein außergewöhnliches Aroma und Geschmack ausmachen.

Die Reifezeit muss mindestens sechs Monate betragen, aber aufgrund des besonderen Criadera y Solera-Reifeverfahren enthält jeder Brandy de Jerez, unabhängig von seinem Alter, Komponenten einer längeren Alterung. Das liegt daran, dass es sich bei diesem Verfahren um ein dynamisches, auf der Übertragung von Flüssigkeiten basierendes System handelt, bei dem der Brandy mit den verschiedenen Entwicklungsstufen vermischt und angereichert wird. Dies verleiht dem Endprodukt außergewöhnliche Stabilität und Qualität.

Der Ablauf ist einfach und zugleich komplex: mehrere Fassreihen, die Criaderas, werden übereinander auf einer auf dem Boden liegenden Reihe, der Solera, gestapelt. Jedes Jahr wird eine kleine Menge Brandy aus der Solera entnommen, abgefüllt und auf den Markt gebracht; es wird aber niemals der gesamte Brandy entnommen. Stattdessen wird der Raum, den die entnommene Menge hinterlassen hat, mit derselben Menge aus der darüber liegenden Reihe aufgefüllt, welche wiederum mit Brandy aus der nächsthöheren Reihe aufgefüllt wird. Diese Vorgehensweise wird solange wiederholt, bis die höchste Criadera oder Reihe erreicht ist, in denen die jüngeren, frisch destillierten Weine und Branntweine enthalten sind.

Ein ganz besonderer Brandy

Die Brandyherstellung hat in Spanien eine lange Tradition, was uns im Laufe der Zeit zu den weltweit wichtigsten Erzeuger- und Verbraucherländern gemacht hat. Es sei zu erwähnen, dass der Brandy de Jerez 95 % des spanischen Brandys ausmacht und seit 1989 als einziger eine geschützte Herkunftsbezeichnung trägt und seine Herstellung seitdem von einem Kontrollrat, dem Consejo Regulador, überwacht wird.

Laut Angaben des Kontrollrates liegt das Produktionsvolumen bei 67 Millionen Flaschen pro Jahr, wovon 60 % für den Inlandsmarkt und 40 % für den Export in mehr als 70 Länder, vor allem die Philippinen, Mexiko, Deutschland und Großbritannien, bestimmt ist.

Arten

Entsprechend der Reifedauer werden beim Brandy de Jerez zwischen drei Güteklassen unterschieden:

  • Brandy de Jerez Solera: der jüngste und fruchtigste, mit einer durchschnittlichen Reifedauer von einem Jahr und einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mehr als 150 mg pro 100 ccm reinem Alkohol.
  • Brandy de Jerez Solera Reserva: durchschnittliche Reifedauer von drei Jahren und mit einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von 200 mg pro 100 ccm reinem Alkohol.
  • Brandy de Jerez Solera Gran Reserva: durchschnittliche Reifedauer von zehn Jahren und mit einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von 250 mg pro 100 ccm reinem Alkohol.

Liköre

Neben der historischen Erzeugung von Brandy de Jerez besitzt die Provinz Cádiz eine bedeutende Tradition in der Herstellung anderer Spirituosen. Diese Getränke werden durch Destillation erzeugt, einem traditionellen physikalischen Trennungsverfahren, bei dem durch Einsatz von Wärme der Alkohol von den restlichen Bestandteile getrennt wird, die in jeder, aus gegorenen Naturprodukten landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnenen Flüssigkeit zu finden ist.

El Puerto de Santa María scheint, was diese Industrie anbelangt, von besonderer Bedeutung zu sein. Da gibt es zum Beispiel den Gin aus traditioneller Herstellung von Rives, den Kakaolikör von Destilerías Picó, ein Klassiker alter Handwerkskunst in Cádiz, der auf zwei Jahrhunderte Geschichte zurückblickt und noch heute in Destillierkolben aus Kupfer hergestellt wird, oder der berühmte Punsch von Ponche Caballero, ein Unternehmen, dessen Bestehen ebenfalls bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Diese Tradition in der Herstellung von Destillaten wird mit der Einführung neuer, den aktuellen Entwicklungen angepassten Produkte auch heute noch fortgeführt. Zu diesen Produkten gehört zum Beispiel der Schokoladenwodka der Firma Pancracio.

 
Esta web utiliza cookies. Al navegar en esta página, aceptas el uso que hacemos de las cookies.AceptarLeer más