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Neue Weine

Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts beschloss Marcel Fernández, ein Herr algerischer Herkunft und wahrer Kenner französischer Weine, in der Sierra de Cádiz, auf einer zwischen den Dörfern Villamartín und Arcos gelegenen Finca rote Rebsorten zu pflanzen.

Dies war nicht das erste Mal. Im 19. Jahrhundert waren die aus roten Trauben der Gegend Pajarete, ebenfalls ein in Villamartín gelegenes Gebiet, erzeugten Weine in Frankreich hoch geschätzt. Und laut Angaben des Önologen Salvador Rivero, der jetzt Rotwein in der Sierra herstellt, begann die Geschichte des Rotweins im 16. Jahrhundert in einem Hieronymiten-Kloster.

Tatsache ist, dass Fernández die Tätigkeit in einer Provinz erneut aufnahm, in der die Produktion ausschließlich auf die Rebsorte Palomino ausgerichtet war, die zu den besonderen Merkmalen der Sherrys beiträgt. Aber nach kurzer Zeit tat sich Antonio Páez Lobato, ein Kellermeister aus Jerez, mit Marcel zusammen, der, genau wie Fernández, auch sein Vertrauen in die Rotweine der Sierra de Cádiz setzte.

Die zweite Revolution fand in Sanlúcar statt als das Unternehmen Barbadillo, eines der wichtigsten auf dem Sherry- und Manzanilla-Sektor, sich dazu entschied, einen aus der Rebsorte Palomino gewonnen Weißwein auf den Markt zu bringen, der noch immer der meist verkaufte Wein in Spanien ist. Dies war etwas völlig Neues, denn es handelte sich um einen Jungwein, dem, anders als beim Sherry, keinen Alkohol zugefügt wurde.

Das Phänomen hat besonders in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen und zu einer Diversifizierung sowohl in den Anbaugebieten als auch hinsichtlich der Rebsorten geführt. Es handelt sich hierbei um Rot- und Weißweine, bei deren Herstellung neue Rebsorten Anwendung finden, die in unterschiedlichen Gebieten der Provinz angebaut werden, vor allem in der Sierra. Diese Weine sind oft Autorenweine, die besonderen Anklang bei internationalen Kritiken finden und von den Kunden unterstützt werden.

Diese Bewegung steht in enger Verbindung mit einer neuen Generation von Önologen, die an der Universität Cádiz ausgebildet wurden und auf neue Technologien zur Weinherstellung sowie auf den Verwendung anderer Rebsorten setzen, die ihrer Ansicht nach in dieser Gegend gute Erträge abwerfen können. Rebsorten wie die Cabernet Sauvignon, Trempranillo, Syrah oder Chardonnay haben gute Ergebnisse erzielt und bereiten viel Freude auf dem Gebiet. Parallel dazu gibt es eine weitere Bewegung, die Wiedererlangung traditioneller lokaler Rebsorten wie die Tintilla de Rota, eine kleine Traube, die typisch für diesen Ort war und praktisch ausgestorben war. Jetzt setzen sich mehrere Unternehmen für sie ein.

Unter der geographischen Angabe „Vinos de la Tierra de Cádiz“ (Weine aus dem Land von Cádiz) entsteht eine neue, auf den anspruchsvollen Markt ausgerichtete Produktion. Diese Angabe wurde 2005 von der Junta de Andalucía (andalusische Regionalregierung) reglementiert. Das andalusische Weinanbaugebiet von Cádiz umfasst die Gemeinden Arcos de la Frontera, Chiclana de la Frontera, Chipiona, El Puerto de Santa María, Jerez de la Frontera Prado del Rey, Puerto Real, Rota Sanlúcar de Barrameda, Olvera, Setenil, Villamartín, Bornos, Trebujena und San José del Valle. Die Rotweine dieser Gebiete werden aus folgenden Rebsorten gewonnen: Syrah, Monastrell, Merlot, Tintilla de Rota, Petit Verdot Cabernet Franc, Garnacha Tinta, Tempranillo, y Cabernet Sauvignon. Und die Weißweine aus den Sorten: Garrido, Palomino, Chardonnay, Moscatel, Mantía, Perruno, Macabeo, Sauvignon Blanc und Pedro Ximénez.

Ebenfalls zu erwähnen sei, dass einige traditionelle Süßweine wie der Moscatel oder der Moscatel de Pasas aus Chiclana und Chipiona ebenfalls auf dem Vormarsch sind. Des Weiteren gibt es einen steigenden Trend, dem Mosto (Most) - ein eben fermentierter Jungwein, der in kleinen Geschäften in den ersten Wintermonaten, kurz nach seiner Fermentation, verkauft wird - neue Kraft zu verleihen. Die Idee besteht darin, eine Bewegung ähnlich wie die in Frankreich mit dem Beaujolais Nouveau in Gang zu setzen. In der Provinz Cádiz wurde dieses Phänomen mit dem Namen Mostolé getauft.

 
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